Neuaufnahmen in 2017 im Förderprogramm Soziale Stadt -
Hessen ruft zur Bewerbung auf

(Foto: HA Hessen Agentur GmbH)

Für das Jahr 2017 sind weitere Neuaufnahmen im Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt" vorgesehen.

 

Das Programm Soziale Stadt richtet sich an hessische Stadtteile und Quartiere mit besonderem Entwicklungsbedarf – vor allem in den Bereichen Infrastruktur, Wohnen, Integration, sozialer Zusammenhalt, Kultur und Bildung sowie Sport und Freizeit. Das Land unterstützt die Kommunen und die Beteiligten dabei, vor Ort passende Lösungen zu planen und umzusetzen. Dazu gehören nicht nur ein Quartiersmanagement und Öffentlichkeitsarbeit, sondern auch maßgeschneiderte integrierte Handlungsansätze, die Gestaltung des öffentlichen Raums, der Ausbau der sozialen Infrastruktur, die Aktivierung bürgerschaftlichen Engagements sowie eine stärkere Vernetzung und Kooperation im Quartier.

 

Um die vielen Elemente einer sozialen Stadtteilentwicklung abzudecken, hat das Land Hessen verschiedene Handlungsfelder definiert:

 

  • Städtebauliche Stabilisierung und Entwicklung

  • Wohnen und Wohnumfeld

  • Soziale Infrastruktur, Bildung und nachbarschaftliches Zusammenleben

  • Umwelt und Verkehr

  • Gesundheit und Umweltgerechtigkeit

  • Lokale Ökonomie und Beschäftigung

  • Kultur, Freizeit und Sport

  • Kriminalprävention und Sicherheit

  • Stadtteilimage und Öffentlichkeitsarbeit

Die Integration von Migrantinnen und Migranten sowie der soziale Zusammenhalt zwischen allen Bevölkerungsgruppen spielt in diesen Quartieren eine zentrale Rolle. Das Thema Integration und Bürgerbeteiligung wird deshalb als Querschnittaufgabe im Rahmen der vielfältigen Handlungsfelder betrachtet. Dasselbe gilt für die Themen Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel.

Informationen zur Bewerbung

Antragsberechtigt sind ausschließlich hessische Städte und Gemeinden. Die Förderung kann beantragt werden für Orte über 6.000 Einwohner sowie für Orte von 2.000 bis 6.000 Einwohnern, die eine städtische Struktur aufweisen. Die angegebene Einwohnerzahl bezieht sich ausdrücklich nicht auf die Einwohner der Gesamtgemeinde. Maßgeblich ist die Einwohnerzahl des zusammenhängenden Siedlungsbereichs (Ort) innerhalb einer Stadt oder Gemeinde, in dem das vorgesehene Fördergebiet der Sozialen Stadt verortet ist.

 

 

Bewerbungen zur Programmaufnahme im Jahr 2017 sind bis zum 30. April 2017 einzureichen. Aufgenommene Standorte können über einen Zeitraum von zehn Jahren im Programm Soziale Stadt gefördert werden.

 

Die Aufnahmekapazität in das Förderprogramm ist jährlich begrenzt. Die grundsätzliche Förderfähigkeit wird geprüft und das Ergebnis der jeweiligen Kommune mitgeteilt. Sollte eine Aufnahme im Jahr 2017 aus Kapazitätsgründen nicht möglich sein, wird die Bewerbung des Standortes in den Folgejahren erneut in die Auswahl neuer Standorte mit einbezogen. Eine erneute Bewerbung ist nicht mehr erforderlich.

 

Einreichungen nach dem 30. April 2017 können frühestens im Auswahlverfahren 2018 Berücksichtigung finden.

 

Weitere Informationen und Antragsunterlagen finden sie hier: 


Leitfaden zur Erarbeitung Integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte in der Sozialen Stadt

Die Servicestelle HEGISS hat im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) einen Leitfaden zur Erarbeitung Integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte in der Sozialen Stadt - Eine Arbeitshilfe für Kommunen erstellt. 

 

Die Arbeitshilfe beschreibt u. a. den Weg zum Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK), eine Mustergliederung ISEK sowie den Aufbau eines ISEK.

 

Wir hoffen durch diese 19-seitige Arbeitshilfe Ihnen einige Hinweise und Erleichterungen bei der Erarbeitung eines ISEK in der Sozialen Stadt geben zu können.

Vier neue Standorte in das Programm „Soziale Stadt“ aufgenommen

Spangenberg: Kunstpark Himmelsfels – Ein Bergpark im Programm Soziale Stadt (Foto: Hessen Agentur)

„Einzelne Stadtteile und Quartiere in hessischen Städten haben einen besonderen und individuellen Entwicklungsbedarf. Das betrifft den Städtebau genauso wie soziale und ökonomische Probleme. Das Land unterstützt diese Städte mit verschiedenen Stadtentwicklungsprogrammen. Ein wichtiger Baustein ist das Förderprogramm Soziale Stadt, das besonders stark auf die Teilhabe der Bürgerinnen und Bürger vor Ort setzt“, so Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz zum Bund-Länder-Programm. „Insgesamt stehen 20,9 Millionen Euro im Programm Sozial Stadt zur Verfügung.“ Die Fördergelder des Programms stammen jeweils zur Hälfte vom Bund und dem Land. Kommunen selbst beteiligen sich mit weiteren rund 10,4 Millionen Euro. Förderfähig sind dabei sowohl innerstädtische und innenstadtnahe Stadtgebiete als auch große Wohnsiedlungen am Stadtrand.

 

In diesem Jahr wurden vier neue Standorte in das Programm aufgenommen: Frankfurt-Nied, Hünfeld-Nord- und Ostend, Kassel-Forstfeld und Waldau sowie Stadtallendorf-Inseln in der Stadt II können somit in den nächsten zehn Jahren Anträge auf Förderung für die nachhaltige Stadtentwicklung in ihren Quartieren im Programm Soziale Stadt stellen. Insgesamt werden damit 30 Standorte in 22 Städten und Gemeinden in Hessen über das Programm Soziale Stadt gefördert...

 

 

 

Weiterlesen: Die Pressemitteilung des Umweltministeriums


Bundeskabinett verabschiedet die ressortübergreifende Strategie Soziale Stadt und neuen Investitionspakt "Soziale Integration im Quartier"

Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag von Bundesbauministerin Barbara Hendricks eine ressortübergreifende Strategie zur sozialen Stadt "Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier" beschlossen. Damit setzt die Bundesregierung eine wichtige stadtentwicklungspolitische Verabredung des Koalitionsvertrags um.

 

Die Fördermittel für benachteiligte Stadtviertel und soziale Brennpunkte werden deutlich aufgestockt, in den nächsten vier Jahren sollen entsprechend des Entwurfs zum Bundeshaushalt 2017  mit zusätzlich 300 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesbauministeriums (BMUB) unterstützt werden. Jährlich 200 Millionen fließen in einen neuen Investitionspakt "Soziale Integration im Quartier", mit dem die Kommunen unter anderem Kitas, Schulen und Stadtteilzentren in Quartieren mit besonderen sozialen Integrationsanforderungen zu "Orten der Integration" umbauen können. Das Programm "Soziale Stadt" wird ab 2017 jährlich um weitere 40 Millionen aufgestockt. Weitere 10 Millionen sollen im Rahmen bundeseigener Projekte und Programme zur Umsetzung der ressortübergreifenden Strategie eingesetzt werden.


Programmprofil

Das Programm Soziale Stadt setzt den Fokus konsequent auf wirtschaftlich und sozial benachteiligte Stadtquartiere. Ziel ist es, in diesen Quartieren die Lebensbedingungen zu verbessern, um problematischen Entwicklungen entgegen zu steuern und sie zu selbstständigen, lebenswerten Stadtteilen mit positiver Zukunftsperspektive zu entwickeln. Gezielte Förderung von außen, Kooperation mit den örtlichen Akteuren und ein Bündel verschiedener Maßnahmen und Projekte tragen zur Stabilisierung der Gebiete bei. Im Sinne einer nachhaltigen Stadterneuerung erfolgt eine enge Verknüpfung der städtebaulichen Entwicklung mit sozialen, kulturellen, ökonomischen und ökologischen Handlungsfeldern.

 

Zu den typischen Problemlagen der Fördergebiete gehören

 

  • sozial benachteiligte Bevölkerungsstrukturen
  • städtebauliche / bauliche Missstände und Mängel im Bereich des Wohnumfeldes, der Gebäude und der sozialen Infrastruktur

 

Neben der Förderung von investiven Maßnahmen ist auch die Förderung von nichtinvestiven, investitionsvorbereitenden oder begleitenden Maßnahmen, wie Quartiersmanagement, Erstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes und Öffentlichkeitsarbeit möglich.

 

Unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) zu erstellen, in dem Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet dargestellt sind. Das ISEK ist in ein gegebenenfalls bereits vorhandenes gesamtstädtisches Konzept einzubetten bzw. davon abzuleiten. Das Programm Soziale Stadt ist nicht nur Investitionsprogramm, es übernimmt auch eine Leitfunktion, indem es komplementäre Programme vernetzt und bündelt.


Lokale Partnerschaften

 Das Programm versteht sich als Gemeinschaftsinitiative aller relevanten Akteure. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass sich die maßgeblichen Akteure am Prozess beteiligen – als Ideengeber, als Multiplikatoren, aber auch als Träger eigener Initiativen.


Programmdurchführung

Die räumliche Festlegung des Fördergebietes der nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgt nach § 171e BauGB, alternativ als Sanierungsgebiet nach § 142 BauGB.

 

Auf der Grundlage des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes können die Fördermittel für die Vorbereitung der Gesamtmaßnahme und insbesondere für folgende Einzelmaßnahmen eingesetzt werden:

 

  • Quartiersmanagement
  • Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Öffentlichkeitsarbeit zur Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner
  • Maßnahmen der städtebaulichen Stabilisierung und Entwicklung
  • Maßnahmen zur Aufwertung von Wohnumfeld und öffentlichem Raum
  • Schaffung und Modernisierung von sozialen Infrastruktureinrichtungen

 

Grundlage der Förderung bilden die Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung der Nachhaltigen Stadtentwicklung – RiLiSE.


Förderstandorte Soziale Stadt in Hessen

Gute Beispiele Soziale Stadt in Hessen

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