Soziale Stadt: Kelsterbach – An der Niederhölle

Blick ins Quartier - An der Niederhölle (Foto: NH ProjektStadt, Frankfurt am Main)

Das Gebiet besitzt eine heterogene Gebäudestruktur und eine überwiegend öffentlich-geförderte Wohnbebauung aus den 1950er, 1960er und 1970er Jahren. Die Gebäude weisen einen energetischen Erneuerungsbedarf auf. Das Quartier befindet sich in einer Randlage im Nordwesten der Stadt etwa 2 km zum Versorgungszentrum entfernt.

 

Es existieren Barrieren durch Brachflächen und angrenzende Bahntrassen im Osten, durch ein Umgehungsstraße im Süden und den Main als natürliche Grenze im Norden, von dem der Stadtteil aufgrund des fehlenden Zugangs zum Ufer wenig profitieren kann.

 

Es ist kaum Leben außerhalb der Wohnungen festzustellen, aufgrund fehlender Treff-, Bewegungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Generationsübergreifende Konflikte sind festzustellen. Zudem ist ein negatives Image auch wegen des Straßennamens vorhanden. Darüber hinaus existiert Mülltourismus aufgrund ungünstiger Platzierung und fehlender Gestaltung sowie Einfassung der Müllplätze.

 

Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept wurde im Juni 2016 beschlossen.

 

 

Errichtung von Gemeinschaftsräumen in Modulbauweise

 

Als erste sichtbare Maßnahme war die Einrichtung von Gemeinschaftsräumen geplant, um eine Treffmöglichkeit mit Angeboten zu etablieren. Das Fehlen eines geeigneten dauerhaften Bauplatzes ist der Grund, warum die Räumlichkeiten in mobiler Modulbauweise bereitgestellt werden. Dies hat den Vorteil, dass bei Bedarf diese flexibel versetzbar sind und nach und nach an die Anforderungen der Bewohner angepasst werden können. Hier wird auch das Stadtteilbüro zukünftig sein Domizil haben.

 

Aufgrund des Parkplatzmangels sowie der Gebäudesanierungsmaßnahmen bis zum Jahr 2020, jedoch mit Wunsch eine zentrale Lage im Gebiet zu haben, konnte das Grundstück „Rüsselsheimer Straße 203" ausgemacht werden.

Bürgertreff Mainhöhe (Foto: NH ProjektStadt, Frankfurt am Main)

Eigentümerübergreifendes Freiflächenkonzept mit
Gestaltungsleitbild

 

Ein eigentümerübergreifendes Freiflächenkonzept als Gestaltungsorientierungshilfe wird benötigt und die Chancen, die der Main als Naherholung und Freizeitort für die Bewohner bietet, sind durch einen besseren Zugang und die Umgestaltung des Mainvorlandes hervorzuheben.

 

Die Freiflächen zwischen den Zeilenbauten im Gebiet dienen aktuell überwiegend als Abstandsgrün. Größtenteils wurden die Spielgeräte zurückgebaut. Das betrifft auch den ehemaligen städtischen Spielplatz im Mainvorland. Die Rüsselsheimer Straße hat durch die Zurückstufung von einer Bundes- zu einer Gemeindestraße bzw. durch den Neubau einer Umgehungsstraße eine Verkehrsentlastung erfahren und dient lediglich nur noch den Anliegern. Bei starkem Regen stehen die Parkflächen aufgrund von Bodenabsenkungen unter Wasser. Fehlende Markierungen, Grünbewuchs, aber auch Risse im Beton verstärken das Bild eines sozialen Brennpunkts. Im Bereich Naherholung fehlen des Weiteren fußläufige Zugänge zum Main. Die Kelsterbacher Terrasse wird aktuell nicht genutzt und das Potenzial „Wohnen am Wasser" nicht ausgeschöpft. Das Quartiersimage leidet stark unter der Verwahrlosung und der Wahrnehmung durch Dritte. Gemeinsam mit der Hauterbpachtnehmerin Nassauische Heimstätte wird eine Verbesserung der Lebensbedingungen und Lebensqualität der Bewohner angestrebt. Weitere Erbpachtnehmer und Grundstückseigentümer sollen folgen.

 

Als Vorstufe für eine Detailplanung der einzelnen Freiflächen wird im Auftrag der Stadt Kelsterbach ein eigentümerübergreifendes Freiflächenkonzept mit einem Gestaltungsleitbild für das gesamte Fördergebiet erarbeitet.

 

Auch aufgrund der Namensgebung des Straßenzugs „An der Niederhölle" hat das Gebiet in und außerhalb Kelsterbachs einen schlechten Ruf. Um hier gegenzusteuern, wurde eine eigene Stadteilmarke gemeinsam mit Bewohnern, Politik und Interessierten erarbeitet. Mit der Marke ‚MAINHÖHE' wird nicht nur die besondere und einzigartige Lage des Quartiers beworben sondern auch die positiven Veränderungen, die derzeit umgesetzt werden und auch noch folgen sollen.

 

Unter der MAINHÖHE sollen die Bewohner näher zusammenrücken, sich stärker mit dem Gebiet identifizieren und ihr positives Lebensgefühl nach außen tragen.

Zur Bewerbung und langfristigen Kommunikation wurde eine Homepage (www.mainhoehe.de), ein Facebook-Kanal (Kelsterbach
Mainhöhe) sowie eMail-Newsletter eingerichtet.

 


Fördergebiet

Fördergbiet Kelsterbach - An der Niederhölle - Soziale Stadt (Plan: NH ProjektStadt, Frankfurt am Main)
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