5,73 Millionen Euro für das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“

Der Schildepark Bad Hersfeld: Denkmalschutz und Freiraumqualität treffen aufeinander (Foto: Frau Stück / Kleinberg GmbH&Co KG)

„Ein alter Marktplatz gesäumt von Fachwerkhäusern, ein historisches Rathausgebäude oder ein Schloss: Oft sind gerade solche Gebäude und Ensembles prägend für ein Stadtbild, dienen als Erkennungsmerkmal einer Stadt und werden von der Bevölkerung ins Herz geschlossen. Doch auch an diesen Gebäuden nagt der Zahn der Zeit. Für ihren Erhalt stellen Bund und Land in diesem Jahr insgesamt 5,73 Millionen Euro zu Verfügung“, so Stadtentwicklungsministerin Priska Hinz.

 

Das Stadtentwicklungsprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ soll dazu beitragen, erhaltenswerte Gebäude, historische Ensembles sowie bauliche Anlagen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung zu sichern und nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten. Besondere Bedeutung kommt dabei der Schaffung und dem Erhalt von Wohnraum zu, der durch die staatlich geförderte Sanierung bezahlbar bleiben kann.

 

 Weiterlesen: Die Pressemitteilung des Umweltministeriums


Programmprofil

 Ziel des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz ist es, insbesondere historische Stadtkerne mit denkmalwerter Bausubstanz auf breiter Grundlage zu sichern und zu erhalten. Bau- und kulturhistorisch wertvolle Stadtkerne sollen über die jeweiligen Einzeldenkmale, Straßen und Plätze hinaus in ihrer baulichen und strukturellen Eigenheit und Geschlossenheit erhalten und zukunftsweisend weiter entwickelt werden.

 

Zu den typischen Problemlagen der Fördergebiete gehören

 

  • ein mittlerer bis starker Bevölkerungsrückgang,
  • die Aufgabe von kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie
  • Funktionsverluste und Gebäudeleerstand, nachdem das Kur- und Gesundheitswesen oder öffentliche Verwaltungen reorganisiert wurden und Handel sowie andere Dienstleistungen verschwanden.

Diesen strukturellen Defiziten, in Folge des wirtschaftlichen und demografischen Wandels, soll entgegengewirkt werden.

 

Das Programm verfolgt einen integrierten Ansatz. Unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ist ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept zu erstellen, in dem Ziele und Maßnahmen im Fördergebiet dargestellt sind. Das Entwicklungskonzept ist in ein gegebenenfalls bereits vorhandenes gesamtstädtisches Konzept einzubetten bzw. davon abzuleiten.


Lokale Partnerschaften

 Das Programm versteht sich als Gemeinschaftsinitiative aller relevanten Akteure. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass sich die maßgeblichen Akteure am Prozess beteiligen – als Ideengeber, als Multiplikator, aber auch als Träger eigener Initiativen.


Programmdurchführung

Die räumliche Festlegung des Fördergebietes der Nachhaltigen Stadtentwicklung erfolgt als Erhaltungssatzung nach § 172 Absatz 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB. Sie kann auch erfolgen als Sanierungsgebiet nach § 142 BauGB, zu dessen Sanierungszielen die Erhaltung der baukulturell wertvollen Bausubstanz gehört.

 

Auf der Grundlage des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes können die Fördermittel für die Vorbereitung der Gesamtmaßnahme und insbesondere für folgende Einzelmaßnahmen eingesetzt werden:

 

  • die Modernisierung und Instandsetzung oder den Aus- und Umbau erhaltenswerter Gebäude oder historischer Ensembles, 
  • die Erhaltung und Umgestaltung von Straßen- und Platzräumen von geschichtlicher, künstlerischer oder städtebaulicher Bedeutung und 
  • die Durchführung von Ordnungsmaßnahmen zur Erhaltung bzw. Wiederherstellung des historischen Stadtbildes und Stadtgrundrisses. 

 

In Ausnahmefällen ist auch die bauliche Ergänzung von geschichtlich bedeutsamen Ensembles förderungsfähig.

Attraktiver Freiraum: Außenanlage des Schildeparks in Bad Hersfeld (Foto: Wette&Küneke)

Förderstandorte Städtebaulicher Denkmalschutz in Hessen


Gute Beispiele Städtebaulicher Denkmalschutz in Hessen

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